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Jörg Haider verstorben Oct 13 2008

Beitrag von einfalt einfalt | Artikel drucken

Jörg HaiderPopulismus ist schön, schön einfach. Da das Einfache meistens auch als geradlinig daher kommt, hat es einen subversiven Charme. In einer Zeit wo Politik simpel und leicht konsumierbar zu sein hat, wie Fast Food oder die industriell fabrizierte Massenverpflegung in den Einkaufscentern, wirkt jedes politische Postulat das mehr als 2 Sätze zur Erklärung braucht fast schon intellektuell.
Batman, Obelix und der nach „Geiz ist Geil” Manier ergatterte Kurzurlaub halten uns genug auf Trab. Ganz zu schweigen vom  „Ellbogen-Arbeitsalltag” der unsere ganze Aufmerksamkeit frisst und so mit dafür sorgt, das wir unsere begrenzte Aufmerksamkeitsspanne am liebsten jemandem schenken, der uns verspricht was uns gefällt. Sollte es aber keine staatlichen Wohltaten geben, will der Durchschnittsbürger wissen, wer schuld ist.

Haider, so menschlich tragisch sein Ende auch ist, war ein begnadeter Volkstribun. Ein erzkonservativer bis rechtsextremer Mann, der lieferte was verlangt wurde: Schuldige.
Doch Haider und Co waren und sind nur die logische Antwort auf Reformunfähigkeit und den ideologischen Ballast der zum Teil sozialdemokratisch dominierten Nachkriegsjahre. Das linke Versprechen eines glücklich machenden Staates hat sich als unrealisierbar entlarvt, die Mutter aller intellektuellen Wohlstandswelten, der Kommunismus, ist verstorben.
Weder der Konservatismus, noch die moderne Linke, scheinen in der Lage eine neue demokratische Vision für die Zukunft Europas zu definieren, geschweige den in Programmatik zu packen. Ihre Versuche, die es durchaus gibt, bleiben meistens unbeachtet und damit auch politisch unbelohnt.
Wo klare Visionen aber fehlen, wo mehr reagiert, als agiert wird, drängen selbst traditionelle Parteien zum Populären. Es verwundert nicht, dass Parteiprogramme in der öffentlichen Diskussion kaum noch eine Rolle spielen.  Ihre Gültigkeit ist begrenzt und damit der Druck auf handelnde Personen sich nach ihnen zu richten.
Haider hatte Erfolg, einen begrenzten Erfolg. Die Zeichen der Zeit aber stehen nicht schlecht für Politiker seines Schlages. Ob in Frankreich, aber auch vermehrt in Deutschland, die politische Szenen dieser Länder werden anfälliger für Demagogen.

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