Es ist wohl schon erstaunlich mit welcher Intensität liberale und linke Kreise, das Schlechte in Sarah Palin suchen. Ok, ok, sie ist gegen Abtreibungen (was ihr innenpolitisch glatt den Vorwurf einbrachte, das einzige was sie zu bieten habe, sein noch keine Abtreibung gemacht zu haben) und sie scheint religiös und sie kommt aus Alaska. Das mit dem religiös ist linken Kreisen an sich schon ein wenig verdächtig, geht es doch mit dem Vorurteil einher, man müsse eigentlich ein wenig naiv sein, um nicht im Minimum ein ambivalentes Verhältnis zur Religion zu haben.
Sie hat fünf Kinder und sie mag Waffen und ja, sie ist erfolgreich. John McCain hat sie durch die Nominierung als mögliche US-Vizepräsidentin ins nationale Rampenlicht geworfen. Bis jetzt hat sie ihm Glück gebracht. Das Geld für seinen Wahlkampf fliesst wieder, die Parteibasis der US-Republikaner ist begeistert.
Nun macht man Palin den Vorwurf nicht weltgewandt zu sein, keine aussenpolitische Erfahrung zu haben. Ja, sie habe eine dünne Stimme, sei mehr die durchschnittliche Hausfrau, als der gewohnt eloquente Typus von Frau, der sich sonst oft in der Politik tummelt. Gestählt in der Konkurrenz der Männerwelt, immer ein wenig mehr leistend als diese.
Wobei an sich, die Geschichte mit der Erfahrung auch Barack Obama betrifft. Er würde sich sonst wohl kaum ein Heer von Beratern leisten, die ihm in vielen Gebieten zur Seite stehen. Er will ja auch nicht den Eindruck erwecken, er habe von wichtigen Themen keine Ahnung.
Palin wiederum scheint mit ihrer Rolle zufrieden und ist momentan die Inkarnation eines konservativen Frauenbildes. Obwohl es bereits dementiert wurde, wird berichtet „Team Obama” habe „Kundschafter” nach Alaska gesandt. Natürlich nicht um positives zu finden… .
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