Politik ist Show, and the show must go on! Die Welt blickt bald auf China, eine Diktatur, die sich mit perfekten Olympischen Spielen und möglichst einer großen Anzahl an Siegen, in das kollektive Gedächtnis der Welt einprägen will. Nun war es früher einmal von Nachteil keine Demokratie zu sein und Völker wie die Tibeter zu unterdrücken, war ein böser Makel. Diese Zeiten sind längst vorbei. In der postmoralischen Welt in der es selbst in der Schweiz arme Leute gibt (Tagesanzeiger), ist die Argumentationskette eine Andere:
„Da wir mit diesem Land Geschäfte machen, sehr gute Geschäfte, und Moral eine Frage des Standpunktes ist, wäre es verlogen China mit Kritik die Spiele zu vermiesen.”
Auch das ist beileibe keine neue Argumentation. So haben die USA schon früher mit jedem Militärregime das einigermaßen fest im Sattel saß Geschäfte gemacht.” Wandel durch Annäherung” ist die beliebte Losung für solche Art von Politik. Das es dabei eher der Westen ist der seine Grundsätze von Freiheit, Selbstbestimmung und Demokratie der realexistierenden, globalen Machtsituation anpasst, ist für die Mehrheit zynischer Beobachter ein Nichtthema.
Politik heißt heute offensichtlich vor allem wirtschaftliche Notwendigkeiten zu verkaufen. So mag in den Zeitungen stehen, dass die Teuerung vor allem einkommensschwache Haushalte trifft. Gleichzeitig wird von Wirtschaftsexperten eine Lohnrunde unterhalb der Teuerungsrate verlangt. Das damit genau die Hauptbetroffenen schmerzliche, reale Einbußen hinzunehmen haben ist klar. But, shit happens und wer ist in der Schweiz oder in Europa schon arm?Â
 Wer hier, in einem Akt rückwärtsgewandter Melancholie, von der Politik erwartet, sie würde gegensteuern, ist entweder ein linker Idealist, oder Mitglied einer Oppositionspartei.
Da sich der normale Wähler ja eher ungern mit komplexen Fragen auseinandersetzt, ist er froh um unterhaltende Elemente. Der MTV gesättigte Mittedreissiger, der politische Diskussionen eh unnötig lang und einschläfernd findet, bedient sich hier gerne bei Bild, Blick und Co. Die liefern die gewünschten Helden, die verachtenswerten Bösewichte, knapp, knackig und mit vielen bunten Bildern. So kann man über Sarkozy schmunzeln, sich fragen ob Merkel kochen kann und kontrollieren ob es schon einen Shop gibt für Obama Fanartikel. Ob singende Bundesrätin, Basketball spielender Barack, oder ein über die Nacktbilder seiner Frau fabulierender Sarkozy: die Politik bemüht sich.
Nur wenn die Bilder von Krieg, Hunger und von fälschlicherweise in die Todeszelle gesteckten Menschen über die Mattscheibe flimmern, schalten einige Konsumenten um. Nicht jeder kann einen schlechten Film ertragen.
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