Wolfgang Clement, das Opfer ? Wohl kaum. Die SPD mit einem Ausschluss im Recht ? Ebenfalls, wohl kaum. Der ehemalige Superminister, jetzt unbequemes Parteimitglied, könnte das Opfer einer Entwicklung werden, die dran und drauf ist die SPD konsequent von der Mitte wegzuführen.
Der 68 Jährige Politiker, eine Symbolfigur der Schröder-Ära, hatte die Linke seiner Partei provoziert.
Seine Gegnerschaft zu Ypsilanti und zum Atomausstieg rufen gerade danach, an einem Parteigänger des rechten Flügels der SPD, ein Exempel zu statuieren. Man hätte auch mit Gelassenheit reagieren können, doch noch wird Clement weit über seine Partei hinaus wahrgenommen. Er steht für die „alte” SPD, die sich unter Gerhard Schröder klar von linker Alt-Ideologie wegbewegt hatte.
Das späte Eingreifen der Parteispitze, die nun Generalsekretär Hubertus Heil zur Verhandlung des Schiedsgerichts schickt, ist auch ein Zeichen das sich die Machtpole in der SPD schon längstens zu Gunsten der Linken verschoben haben. Es ist weniger Solidarität mit Clement, als Sorge um den Imageverlust, der durch diesen Fall in der Öffentlichkeit entstehen könnte.
Der linke Flügel hat in der SPD bereits die Macht, doch noch muss er Rücksichten nehmen.
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