Als gäbe es im November keine Wahlen mehr zu gewinnen reiste Obama von Staatschef zu Staatschef, von wichtigen Personen zu noch wichtigeren.
 In Berlin, einer der Höhepunkte seiner globalen Werbekampagne, hielt er dann eine politische Messe vor kolportierten 200‘000 Politgläubigen. Sein Team aus Werbeprofis und Zuflüsterern hat ganze Arbeit geleistet. Eine neue Generation von „Usern” hat die Politik entdeckt und die Möglichkeit hier emotionale Zugewinne zu machen. Politikbegeisterung als emotionale Ersatzhandlung, seichte Inhalte als Gegenstück zu den erfolgreichen Soap-Operas.
Der Spiegel, ein moderates, linkes Meinungsmagazin meint überzeugt:
„Dies hier ist kein Politiker-Produkt, das man verkaufen muss, allenfalls noch in Details coachen. Hier kommt ein Naturtalent, einer vom Schlag eines John F. Kennedys, von denen es in jeder Generation nur einen gibt.”
McCain kann auch in Europa nur verlieren. Verlieren gegen eine Bewegung, nicht gegen eine Vision.
Diese Bewegung verlangt nach etwas neuem, sie verlangt nach etwas historischem. Vor allem in Deutschland scheint man auf den Moment hinzu fiebern, wo man wieder ehrlich und ohne wenn und aber einem amerikanischen Präsidenten zujubeln kann. Es ist eine Sehnsucht nach neuer moralischer Führung, der tiefe Wunsch nach einer Änderung der gesellschaftlichen Tonlage. Letztendlich hat ihm das sture, missionarische Vorgehen von Georg W. Bush den Weg bereitet.
 Obama macht nicht den Fehler, er wird gut beraten, die Begeisterung mit realen Projekten zu behindern. Seine Ziele unterscheiden sich in Nuancen vom globalen Mainstream. Er setzt mit Fug und Recht, aber auch skrupellos , auf die Kraft der Hoffnung die Menschen in ihn setzen.
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