Als Kinder einer multi-kulti Gesellschaft können wir und dürfen wir im Islam keine prinzipielle Gefahr sehen. Das jedenfalls predigen uns die Denker-Eliten und der Kultur-Teil manch einer Zeitung. Während Katholiken mit einem Oberhaupt gesegnet sind, das man bequemerweise für alle Mängel dieses Glaubens und seiner weltlichen Ausprägungen verantwortlich machen kann, ist die Suche nach Autoritäten im Islam für „normalinformierte” weitaus schwieriger.
Man hat davon gehört, dass sich die absoluten Herrscher in der arabischen Welt, unsere geliebten Erdöllieferanten wohlgemerkt, die Extremisten am liebsten durch direkte finanzielle Unterstützung gefügig machen. Wenn schon radikal, dann bitte nicht in der Heimat, scheint das Motto zu sein. Wenig aber ist zu erfahren über Reformbestrebungen dieser manchmal durchaus korrupten und zu Vetternwirtschaft neigenden Staaten der Arabischen Halbinsel.
Der Westen versucht diese Gewalt, oft mit religiöser Argumentation verbunden, als blossen, reinen Terrorismus zu verstehen. Dies ist ebenso falsch, wie die aus Rücksichtnahme ausgeblendete Diskussion, über fehlende Gesellschaftliche Fortschritte in weiten Teilen der islamischen Welt. Falls es wahr ist das die Welt zu einem „globalen Dorf” wird, muss sich auch der Islam früher oder später zu einem minimalen Wertekonsens bekennen. Rückständigkeit, so anmassend es für einen Aussenstehenden ist so eine Einschätzung zu treffen, ist keine Legitimation Männer, Frauen und Kinder in die Luft zu sprengen. Es kann für die islamische Welt kein moralisches Sonderrecht geben. „Du sollst nicht töten”  ist nicht fundamental christlich, sondern universell.
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