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Wer sich aktuell mit der US-Innenpolitik befasst wird immer wieder auf den Namen MoveOn.org stossen. MoveOn wurde zu Zeiten des Impeachment-Verfahrens gegen Bill Clinton gegründet und hat sich seither zu einer bedeutenden linksliberalen Plattform in den USA entwickelt. MoveOn’s Vater und Mutter waren Joan Blades (Mutter) und Wes Boyd (Vater). Bezeichnenderweise kam das verheiratete Paar aus der Softwarebranche, schon damals eine „Trend-Industrie”. Am 18. September 1998 wurde die Internetdomain MoveOn.org registriert. Sie sammelte beim Start online Unterschriften für eine Petition mit dem Inhalt:
“Congress must Immediately Censure President Clinton and Move On to pressing issues facing the country.”
Im Kern war die Petition gegen eine Amtsenthebung von Bill Clinton und forderte die Politik auf sich mit den Problemen zu befassen, die die Nation wirklich beschäftigten.
Eine halbe Million Menschen unterzeichnete diese Petition, dies zu einer Zeit als hier in Europa der Begriff I-Politics noch kaum bekannt war. Doch aus der Website für eine Petition wurde mehr.
Die gesammelten Petitionen wurden durch angeworbene Aktivisten, 2000 an der Zahl, zum Teil persönlich an Politiker übergeben. Zudem wurden Telefonaktionen gestartet, dabei wurden mehr als 30‘000 Anrufe vorgenommen. Als der US-Kongress trotzdem das Verfahren gegen Bill Clinton einleitete setzte sich MoveOn.org in der Folge für die Abwahl von Politikern ein, die für ein Amtsenthebungsverfahren gestimmt hatten. Die Aktion lief unter der Motto „We will remember”.
Im Juni 1999 gründete MoveOn sein eigenes, politisches Aktionskomitee: the MoveOn PAC. Nun hatte MoveOn die Möglichkeit online Geld zu sammeln und akzeptierte dabei auch Kreditkarten. Allein in den ersten 5 Tagen sammelte MoveOn so 250‘000 US-Dollar, für die damalige Zeit eine Sensation.
Im Wahlkampfjahr 2000 rief MoveOn dazu auf nicht Ralph Nader zu wählen, sonst würde Georg W. Bush die Präsidentschaft erringen. Tatsächlich ist bis heute die Überzeugung weit verbreitet, dass die Kandidatur von Nader letztendlich die Stimmen gebunden hatte, die dann Al Gore zum Sieg fehlten.
Nach 9/11 startete MoveOn eine Online-Kampagne die unter dem Motto „Gerechtigkeit, nicht eskalierende Gewalt” stand und wurde so schnell ein Teil der Anti-Kriegsbewegung. 2002 sammelte MoveOn innerhalb von zwei Monaten 220‘000 Unterschriften gegen den Krieg. In der Folge spielte MoveOn seine „Online-Stärke” immer wieder aus. Vor allem beim Spendensammeln, aber auch Aktionen mit Aktivisten nahmen zu. Erste TV-und Radio Spots wurden geschaltet und die Mitgliederzahl wuchs auf 100‘000 an.
Versuchte MoveOn am Anfang noch überparteilich zu sein, wurde sie spätestens mit dem Beginn des Irak-Krieges eine klar liberale und linke Kraft.
Zu Beginn des Jahres 2003 hatte MoveOn  nach eigenen Angaben 750‘000 Mitglieder in den USA, aber auch tausende ausserhalb der Staaten. MoveOn versucht konsequent Einfluss auf die Politik zu nehmen und ist ein Prominenter Unterstützer von Barack Obama. Im Aktuellen Wahlkampf hat MoveOn bereits Wahlspots gegen John McCain gebucht.
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