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Martin Luther King: “Ich habe einen Traum!” Jul 24 2008

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der nächste Präsident der USA ?Wenn sich aktuell ein schwarzer Amerikaner aufmacht der Geschichte der USA ein neues Kapitel hinzuzufügen, darf an einen Mann erinnert werden, der dies schon eindrücklich getan hat.

In seiner Rede von Washington spricht er mit kraftvollen und poetischen Worten von seinem Traum. Einen Traum den seine farbigen Mitbürger mit ihm teilten.
Barack Hussein Obama ist nicht Dr. King, aber zweifellos werden viele Hoffnungen in ihn gesetzt.PDF-Version der Rede
Martin Luther King schrieb GeschichteRede vor dem Lincoln Memorial in Washington am 28. August 1963

Ich freue mich gemeinsam mit Euch an Etwas teilzuhaben, das als die grösste Demonstration für die Freiheit in die Geschichte unserer Nation eingehen wird. Vor hundert Jahren unterzeichnete ein grosser Amerikaner, in dessen symbolischem Schatten wir heute stehen, die Emanzipationserklärung. Dieser bedeutungsvolle Erlass kam als grosses Leuchtfeuer zu Millionen von Negersklaven, die in den Flammen einer vernichtenden Ungerechtigkeit verbrannten. Er kam als ein freudiger Tagesanbruch, um die lange Nacht der Gefangenschaft zu beenden.
Aber einhundert Jahre später ist der schwarze immer noch nicht frei; einhundert Jahre später ist das Leben des Schwarzen von den Handschellen der Rassentrennung und den Ketten der Diskriminierung immer noch traurig verkrüppelt. Einhundert Jahre später lebt der Schwarze auf einer einsamen Insel der Armut inmitten eines weiten Ozeans des materiellen Wohlstands; einhundert Jahre später ist der Schwarze noch immer hingeworfen in die Ecken der amerikanischen Gesellschaft und erkennt, das er in seinem eigenen Land im Exil lebt.

Deshalb sind wir heute hier her gekommen, um diesen beschämenden Zustand vor aller Augen zu führen. In gewissem Sinne sind wir in die Hauptstadt unseres Landes gekommen, um einen Scheck einzulösen. Als die Architekten unseres Gemeinwesens die grossartigen Worte der Verfassung und der Unabhängigkeitserklärung niederschrieben, unterschrieben sie einen Schuldschein, dessen Einlösung allen Amerikanern zufallen sollte. Dieser Schein war ein Versprechen, dass allen Menschen - ja, Schwarzen ebenso wie Weissen - die unveräusserlichen Rechte des Lebens, der Freiheit und des Strebens nach Glück garantiert seien.
Es ist heute offenkundig, das Amerika im Hinblick auf seine farbigen Bürger seine Verpflichtungen nicht erfüllt hat. Anstatt, dass es dieser heiligen Verpflichtung nachgekommen ist, hat Amerika des schwarzen Menschen einen ungedeckten Scheck ausgestellt, einen Scheck, der mit dem Vermerk zurückgekommen ist:” Nicht ausreichend gedeckt”. Wir weigern uns, daran zu glauben, dass die Bank der Gerechtigkeit bankrott ist. Wir weigern uns zu glauben, dass es in den grossen Tresoren der Möglichkeiten dieser Nation keine ausreichenden Deckungsmittel gibt. Und so sind wir gekommen, um diesen Scheck, der uns auf unsere Aufforderung hin die Reichtümer des Friedens und der Rechtssicherheit herausgibt.
So sind wir zu diesem geheiligten Ort gekommen, um Amerika an die grimmige Notwendigkeit des Jetzt zu erinnern. Dies ist nicht die Zeit, um sich den Luxus einer Abkühlung zu erlauben oder um das Beruhigungsmittel eines schrittweisen Wandels einzunehmen. Jetzt ist die Zeit, die Versprechen der Demokratie umzusetzen; jetzt ist die Zeit, um das dunkle und hoffnungslose Tal der Rassentrennung auf den lichterfüllten Wegen der Gerechtigkeit für alle Hautfarben zu verlassen. Jetzt ist die Zeit, um unsere Nation aus dem Treibsand rassischer Ungerechtigkeit au f den festen Fels der Brüderlichkeit zu stellen; jetzt ist die Zeit, um Gerechtigkeit zu einer Wirklichkeit für alle Kinder Gottes zu machen. Es wäre fatal für unsere Nation, die Dringlichkeit dieser Bewegung zu übersehen. Dieser drückende Sommer der berechtigten schwarzen Unzufriedenheit wird nicht vorübergehen, bevor ein belebender Herbst von Freiheit und Gleichheit begonnen hat.
1963 ist kein Ende, sondern ein Anfang. Und die, die hoffen, dass der Schwarze Dampf ablassen musste und nun zufrieden sein wird, werden ein unsanftes Erwachen erleben, wenn die Nation zur Routine zurückkehrt.
Es wird weder Rast noch Ruhe in Amerika geben, bis dem Schwarzen seine vollen Bürgerrechte zugestanden worden sind. Die Wirbelstürme des Aufruhrs werden weiterhin die Fundamente unserer Nation erschüttern, bis der strahlende Tag der Gerechtigkeit anbricht.
Aber da ist etwas, das ich meinen Leuten sagen muss, die an der Schwelle stehen, die in den Palast der Gerechtigkeit hinüberführt. Im Zuge der Erringung unseres rechtmässigen Platzes dürfen wir uns nicht durch unrechte Taten schuldig machen. Lasst uns nicht versuchen, unsern Durst zu löschen, indem wir aus dem Kelch der Bitterkeit und des Hasses trinken. Wir müssen unseren Kampf jederzeit auf der hohen Ebene der Würde und der Disziplin führen. Wir dürfen nicht erlauben, dass unser schöpferischer Protest zu physischer Gewalt verkommt. Immer wieder müssen wir uns zu jener majestätischen Höhe erheben, auf der wir physischer Gewalt mit seelischer Kraft begegnen.
Der wunderbare neue Kampfgeist, der die schwarze Gemeinschaft erfasst hat, darf nicht dazu führen, dass wir allen Weissen misstrauen, denn viele unserer weissen Brüder, das beweist ihre heutige Anwesenheit, haben erkannt, dass ihre Freiheit untrennbar mit unserer Freiheit verbunden ist. Der Angriff, den wir vorbereiten, um die Zinnen der Ungerechtigkeit zu stürmen, muss von einer Armee geführt werden, der beide Hautfarben angehören. Wir können nicht alleine gehen.
Und während wir gehen, müssen wir uns versprechen, dass wir immer weiter marschieren werden. Wir können nicht umkehren. Da sind die, die die Anhänger der Bürgerrechte fragen:”Wann werdet ihr zufrieden sein ?” Wir können niemals zufrieden sein, solange der Schwarze das Opfer der unaussprechlichen  Schrecken polizeilicher Brutalität ist.
Wir können niemals zufrieden sein, solange unsere Körper, schwer von der Erschöpfung der Reise, keine Unterkunft in den Motels an den Fernstrassen und in den Hotels der Städte finden können. Wir können nicht zufrieden sein, solange die vorherrschende Bewegung des Schwarzen darin besteht, von einem kleinen Ghetto in ein grösseres zu ziehen.
Wir können nicht zufrieden sein, solange unsere Kinder durch Schilder mit der Aufschrift „Nur für Weisse” ihrer Selbstbestimmung entzogen und ihrer Würde beraubt werden. Wir können nicht zufrieden sein, solange ein Schwarzer in Mississippi nicht wählen kann, und solange ein Schwarzer in New York glaubt, dass es nichts gibt, für das er seine Stimme geben könnte. Nein, wir sind nicht zufrieden, und wir werden nicht zufrieden sein, bis die Gerechtigkeit herabströmt wie Wasser und die Rechtschaffenheit wie ein gewaltiger Strom.
Ich übersehe nicht, dass einige von Euch aus schweren Prüfungen und grosser Betrübnis hierher gekommen sind. Einige von Euch kommen gerade aus engen Gefängniszellen. Einige von Euch sind aus Gegenden gekommen, wo Euer Wunsch nach Freiheit dazu führte, dass Ihr von den Stürmen der Verfolgung niedergeschlagen wurdet und im Wind der polizeilichen Brutalität schwankt. Ihr seid die Veteranen des schöpferischen Erduldens. Setzt Eure Arbeit in der Gewissheit fort, dass unverdientes Leid erlösende Kraft hat.
Geht zurück nach Mississippi, geht zurück nach Alabama, geht zurück nach Louisiana; geht zurück in die Slums und Ghettos der Städte des Nordens, wissend, dass irgendwie diese Situation geändert werden kann und geändert werden wird. Lasst uns nicht schwelgen im Tal der Verzweiflung.
Daher sage ich Euch, meine Freunde, obwohl wir den Schwierigkeiten von heute und von morgen ins Auge blicken müssen, habe ich einen Traum. Es ist ein Traum, der tief verwurzelt ist in dem amerikanischen Traum, dass diese Nation sich eines Tages erheben wird und der wahren Bedeutung ihres Bekenntnisses entsprechend leben wird:”Wir halten diese Wahrheit für selbstverständlich, dass alle Menschen gleich geschaffen sind”.
Ich habe einen Traum, dass eines Tages die Söhne ehemaliger Sklaven und die Söhne ehemaliger Sklavenhalter auf den roten Hügeln von Georgia miteinander am Tisch der Brüderlichkeit sitzen können.
Ich habe einen Traum, dass eines Tages sogar der Staat von Mississippi, ein Staat, brütend in der Hitze der Ungerechtigkeit, brütend in der Hitze der Unterdrückung, in eine Oase der Freiheit und Gerechtigkeit verwandelt wird.

Ich habe einen Traum, dass meine vier Kinder eines Tages in einer Nation leben werden, in der sie nicht nach ihrer Hautfarbe, sondern nach dem Wert ihres Charakters beurteilt werden. Ich habe heute einen Traum!
Ich habe einen Traum, dass eines Tages in Alabama mit seinen bösartigen Rassisten, mit seinem Gouverneur, von dessen Lippen Worte wie „Intervention” und „Aufhebung der Rassenintegration” triefen, dass eines Tages genau dort in Alabama sich kleine schwarze Jungen und Mädchen und kleine weisse Jungen und Mädchen die Hände als Brüder und Schwestern reichen können. Ich habe heute einen Traum !

Ich habe einen Traum, dass eines Tages jedes Tal erhöht und jeder Hügel und jeder Berg erniedrigt wird. Die rauen Orte werden glatt gemacht und die verwinkelten Orte werden begradigt. Und die Herrlichkeit des Herrn wird offenbar werden und alles Fleisch wird es sehen.
Das ist unsere Hoffnung. Das ist der Glaube, mit dem ich in den Süden zurückgehe.
Mit diesem Glauben werden wir in der Lage sein, aus dem Berg der Verzweiflung einen Stein der Hoffnung herauszuschlagen. Mit diesem Glauben werden wir fähig sein, die schrillen Misstöne unserer Nation in eine wunderschöne Symphonie der Brüderlichkeit zu verwandeln.
Mit diesem Glauben werden wir fähig sein, zusammen zu arbeiten, zusammen zu beten, zusammen zu kämpfen, zusammen ins Gefängnis zu gehen, zusammen für die Freiheit aufzustehen, wissend, dass wir eines Tages frei sein werden. Das wird der Tag sein, wenn alle Kinder Gottes in der Lage sein werden, mit einer neuen Bedeutung zu singen:”Mein Land von Dir, Süsses Land der Freiheit; von Dir singe ich; Land, wo meine Väter starben, Land des Pilgerstolzes; von allen Berghängen lasst Freiheit erschallen.” Und wenn Amerika eine grosse Nation werden soll, dann muss dies wahr werden.
Lass daher die Freiheit erschallen von den gewaltigen Gipfeln New Hampshires. L asst die Freiheit erschallen von den mächtigen Bergen New Yorks. Lasst die Freiheit erschallen von den hohen Alleghenies in Pennsylvania. Lasst die Freiheit erschallen von den schneebedeckten Rockies in Colorado. Lasst die Freiheit erschallen von den geschwungenen  Hängen von Kalifornien. Aber nicht nur dass. Lasst die Freiheit erschallen von dem Stone Mountain in Georgia. Lasst die Freiheit erschallen von dem Lookout Mountain in Tennessee. Lasst die Freiheit erschallen von jedem Hügel und von jedem Maulwurfshügel in Mississippi, von jedem Hang lasst die Freiheit erschallen.
Und wenn wir der Freiheit erlauben zu klingen, wenn wir sie erschallen lassen von jedem Dorf und jedem Weiler, von jedem Staat und jeder Stadt, dann werden wir den Tag schneller heraufführen, an dem alle Kinder Gottes - Schwarze und Weisse, Juden und Heiden, Katholiken und Protestanten sich die Hände reichen und mit den Worten des alten Negerspirituals singen werden:”Endlich frei! Endlich frei: Dank sei dem allmächtigen Gott, wir sind endlich frei.”
 

 

 

 

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