Die Geschichte wird immer unappetitlicher und beschädigt die handelnden Personen mit jedem Tag weiter. Es spielt eigentlich schon keine Rolle mehr, wie sich die Angelegenheit Nef im Detail abgespielt hat. Selbst die Frage, ob diese Geschichte privat ist und somit nicht für die Öffentlichkeit bestimmt wäre, wird vernachlässigbar.
Die Position des Armeechefs ist nicht eine verdeckte. Seine Aufgaben und vor allem sein Auftreten sollen den Interessen der Armee dienen. Die bisherige Kommunikation, sowohl von Nef selbst, wie auch von Bundesrat Samuel Schmid, wirkt von den Ereignissen getrieben und nicht souverän.
Man kann bei der derzeitigen Nachrichtenlage kein Urteil über Schuld oder Unschuld treffen. Wohl aber muss Samuel Schmid mangelnde Sorgfalt, ja fast schon Fahrlässigkeit in der Besetzung des höchsten Amtes des Schweizer Militärs vorgeworfen werden. Man ist bemüht zu hoffen, dass nicht alle Entscheidungen des Bundesrats mit gleicher Unbekümmertheit getroffen werden.
Nef wiederum musste um das Risiko wissen, um die Wahrscheinlichkeit das seine Privatangelegenheit, Kraft seines Amtes, früher oder später ein öffentliches Thema sein könnte.
Wahrscheinlich hat er das Risiko unterschätzt. Auch das an sich keine gute Empfehlung für die Führung des bewaffneten Armes der Schweizer Demokratie. Das schnellste Ende der Affäre wäre ein Rücktritt von Nef. Doch selbst dann, bliebe Samuel Schmid politisch beschädigt.Â
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