Wie sich die Zeiten geändert haben. Die Angst vor der Atomkraft scheint mit jedem Cent teurerem Erdöls zu schwinden. Fragen nach der Beherrschbarkeit dieser Technologie, nach dem Problem der Endlagerung der „strahlenden” Abfälle, sind in der breiten Öffentlichkeit kaum noch ein Thema. Im Gegenteil der Atomstrom wandelt sich zum Ökostrom, die Risiken zu Chancen auf preiswerte Energie.
Und tatsächlich,  das politische Umfeld für AKW’s scheint so günstig wie selten zuvor. Der Verbraucher, schockiert durch steigende Energiepreise und eine unsichere Wirtschaftslage, scheint in Deutschland einer Revitalisierung der Atomindustrie wohlwollend gegenüber zu stehen. So ist es bezeichnend, das einige Umfragen die Zustimmung schon bei 54% sehen, einer Mehrheit also.
Niemand möchte ernsthaft bestreiten, dass die Betreiber von Atomkraftwerken ein ureigenes Interesse an Sicherheit haben. Ebenso nicht zu leugnen ist, dass es in Vergangenheit immer wieder zu Störfällen gekommen ist. Man muss nicht die Katastrophe von Tschernobyl aus der Schublade ziehen, die ihre ureigenen Gründe hatte, sondern die jüngste Vergangenheit reicht. Der Austritt einer radioaktiven Uranlösung aus der AKW-Reinigungsanlage Tricastin hat das Gefahrenpotenzial wieder spektakulär zur Geltung gebracht. Allein das „theoretische” Schadenspotenzial eines schweren Unfalls sollte reichen um sich ernsthafte Gedanken über diese Energieform zu machen.
Aber ja, die Zeiten haben sich geändert. Vielleicht ist eine Mehrheit bereit das Risiko zu tragen und selbstredend mit einer Atommüll-Deponie in der Nachbarschaft zu leben… .
Atomstrom ist eine verfügbare Technologie, eine gefährlich einfache Lösung für die Energieproblematik ?
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