Die Flitterwochen sind vorbei. Barack Obama mutiert in Rekordgeschwindigkeit zum „üblichen” Politiker. Seine Standpunkte scheinen nicht aus Überzeugungen geboren, sondern unter dem Gesichtspunkt der Vermarktbarkeit gewählt.
Solange er befürchten musste, dass die US-Republikaner mehr private Spenden einsammeln würden, als die Demokraten, war er für die staatliche Wahlkampffinanzierung. Diese hilft mit US-Bundesmittel und lässt auch privates Geld zu, setzt aber eine Obergrenze. Jetzt da die finanzielle Potenz des Barack Obama weitaus grösser scheint, als die von John McCain, hat der „Saubermann” seine Meinung geändert.
Auf gleiche Weise verfährt Barack mit dem Versprechen die US-Streitkräfte sofort aus dem Irak abzuziehen, sollte er Präsident werden. Sicherlich ein Argument, das ihm in seinem Kampf gegen Hillary Clinton sehr geholfen hat und die linke Parteibasis der US-Demokraten mobilisierte. Nun ist diese Aussage nicht mehr nützlich und die Parteibasis nicht mehr die ausschlaggebende Kundenbasis. Kein Wunder spricht er jetzt von einem schrittweisen Abzug, selbstverständlich in Absprache mit den Kommandanten vor Ort.
Ok, manche sehen auch das fast schon bewundernd als politische Intelligenz, als Lernfähigkeit und einem unvermeidlichen Weg zur politischen Mitte. Sein politisches Markenzeichen „Change”, in kluger Voraussicht nicht mit Inhalten belastet, kann ja schliesslich immer wieder mit neuen Standpunkten untermauert werden. Ein richtiger Fan stört sich nicht an solchen Kleinigkeiten.
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