Die Geschichte Europas ist voll von Blut und grossen Ambitionen. Jetzt da die Erinnerung an den Zweiten Weltkrieg in die elitären Diskussionsrunden von Historikern und Philosophen verschwunden ist, wiederverwertet auf dem Historychanel , scheint das „Projekt Europa” in Schwierigkeiten zu geraten. Da änderte auch der jüngste Balkankrieg nichts daran, der aufgezeigt hat, wie fern sich doch in Tat und Wahrheit die europäischen Nachbarn sind.
Die Europäische Union hat sich im neuen Jahrtausend auf den Weg gemacht eine rein wirtschaftliche Zweckgemeinschaft zu werden. Die Ablehnung der europäischen Verfassung war da nur folgerichtig und ehrlich. Die Aufgabe der EU, neben dem Hauptaspekt Wirtschaft, ist aber auch die Friedenspolitik. Frieden durch Zusammenarbeit, Stabilität durch Frieden, wobei diese Faktoren auch eine Voraussetzung für wirtschaftliches Wohlergehen sind.  Die Vergrösserung der Union hat neue Probleme geschaffen. Gerade im Bereich der Zusammenarbeit hat sich in einigen Ländern die Bereitschaft verstärkt, die nationalen Positionen möglichst rücksichtslos durchzusetzen. In der Wohlstandsregion Europa verblasst der Glanz der europäischen Idee und es wird immer offensichtlicher, dass sie in der Bevölkerung nur sehr schwach verankert ist. Die Gründung eines „Kern-Europa” gewinnt an Attraktivität, auch wenn diese Variante letztendliche nur das Eingeständnis eines Scheiterns ist. Der EU fehlt es letztendlich an überzeugten  Europäern. Â
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