Jetzt da seine Amtszeit zu Ende geht und alle Welt mehr oder weniger hoffnungsvoll auf seine möglichen Nachfolger blickt, scheint George W. Bush ein politisch einsamer Mensch zu sein.
Der 11. September hat ihn zum “Kriegspräsidenten” mutieren lassen. Man darf dabei nicht vergessen, das es in der amerikanischen Öffentlichkeit eine überwältigende Unterstützung für seine Politik gab. Verunsichert durch die eigene Verletzlichkeit scharte sich die Bevölkerung um ihren Präsidenten. Damals wurden warnende Stimmen nicht gehört. Das Gefühl der Amerikaner verlangte nach Genugtuung, nach Respekt und wenn man so will nach der Bestrafung der angeblich Verantwortlichen. Aber vorallem verlangte es die Menschen nach Sicherheit. Dabei hatte man immer das Gefühl der Mensch Bush sei doch ein wenig einfach”gestrickt”. Genau diese Einfachheit, der fehlende intellektuelle Anstrich und die spürbare Überzeugung das Richtige zu tun, sollten auch weiterhin Markenzeichen seiner Präsidentschaft bleiben. Bush, ein Präsident zwischen konservativen, religiösen Fundamentalisten und neokonservativen Weltverändern eingeklemmt, konnte selten einen glaubhaften, eigenen Beitrag zur Diskussion jener Tage leisten. Ob Bush gelogen und getrickst hatte, um die Erlaubnis zum Krieg zu bekommen, wird immer auch ein wenig im Dunstfeld der Spekulation bleiben.
Klar ist, das die Enthüllungen und die Gerüchte vielen ehemaligen Kriegsbefürwortnern einen später willkommenen Grund gaben, sich von der eigenen Zustimmung zu lösen und ins Lager der Kriegsgegner zu wechseln. Inwieweit George W. Bush ein “Opfer” seiner Berater war und welche Entscheidungen tatsächlich seine politische Handschrift tragen, bleibt auch weiterhin unklar.
Kein Wunder das nach dem “einfachen” Weltbild des George W. Bush, die differenzierende Weltsicht eines Barack Obama’s Chancen bei den Wählern hat. Das “einfach” nicht immer “einfach gut” ist, dürfte einigen US-Wählern inzwischen aufgefallen sein.
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