Unter Einbeziehung des Internets hat der US-Wahlkampf eine neue Qualität erreicht. Die Meinungsbildung wird durch das nicht mehr ganz neue Medium mehr beeinflusst, als es auf den ersten Blick scheinen mag.
Nicht nur dass das Internet für viele Medienschaffende ein alltägliches, nützliches  Werkzeug  darstellt. Journalisten nehmen dort gestellte Fragen und Berichte auf und überführen sie in die grossen Formate, wie TV, Radio oder Print. Sie verstärken so die Wirkung und den Einfluss der politischen Onlinegemeinde auf die aktuelle Diskussion. Blogs und Foren bieten ja aber auch Raum für schnelle Publikation, Kommentare und natürlich auch Propaganda.
Dabei sind es tendenziell jüngere Semester die sich online politische Informationen beschaffen oder selbst aktiv im politischen Web mitmachen. Es mag ein subjektiver Eindruck sein, doch scheinen progressive, linke Aktivisten die Möglichkeiten die dieses Medium bietet eher wahrzunehmen.   Auf der Jagd nach Inhalten orientieren sich die grossen US-Networks mitunter an den Trends, die in den Blogs und Foren ersichtlich scheinen. Umso wichtiger ist es für einen Kandidaten die dort ersichtliche Stimmungslage zu registrieren und, falls notwendig, den Versuch zu unternehmen sie zu beeinflussen. Die politische Onlineszene jenseits der grossen Verlagshäuser und Firmen ist, im Gegensatz zu den traditionellen Formaten, nicht dem Zwang der Ausgewogenheit unterworfen. Sie ist weder repräsentativ, noch frei von Manipulation und Selbstzensur. So ist der wachsende Einfluss des Internets auf die politische Szene nicht ohne Gefahren.
Es ist deshalb nicht verwunderlich wenn zum Beispiel Hillary Clinton einen Beitrag auf einer Website veröffentlicht, die ihr mehr als negativ gegenüber steht. Schliesslich ist es die beste  Möglichkeit mit ihren „Online-Gegnern” in Kontakt zu treten.
Barack Obama wiederum hat vom Internet politisch profitiert. Bei der Kontroverse um seine Beziehung zum Prediger Wright, war seine Fangemeinde umgehend zur Stelle um ihn zu verteidigen. Dies geschah so schnell und effektiv, das bevor der Schaden allzu gross wurde, die mediale Gegenbewegung bereits iniziiert  und an Fahrt gewonnen hatte. Auch beim einsammeln von Spenden gelang es Obama das Internet perfekt zu nutzen. Es ist nicht übertrieben, wenn man behauptet, Obama hätte es nicht so weit schaffen können, hätte er nicht auch eine Online-Bewegung hinter sich gehabt.
Der aktuelle Wahlkampf hat das Internet in Amerika endgültig zu einem gleichberechtigten Schauplatz der politischen Auseinandersetzung gemacht. In Zukunft wird es sich kein Kandidat mehr leisten können keine Kommunikationsstrategie für das Netz zu haben. Hillary Clinton weiss das jetzt auch.
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