Er möchte President werden. Wie vor ihm Georg W. Bush, Bill Clinton und Andere. Als Kandidat mit der professionelsten Mediencrew und dem naiv, aber überaus geschickt gewählten Slogan “Change”, setzt er auf die Bereitschaft der Menschen, aus dem Gefühl heraus ihre Wahlentscheidung zu treffen. Während die reale Welt voll von Kompromissen und Notwendigkeiten ist, vermittelt er den Eindruck er könne gerade diese strukturellen Gegebenheiten überwinden. Dabei begeht er nicht den Fehler konkret zu werden. Im Gegenteil schon sehr früh liess er verlauten, er könne nicht alle Hoffnungen die man in ihn setzt erfüllen.
Die Geschmeidigkeit seiner Botschaft, gepaart mit dem “prickelnden” Gefühl der historischen Tatsache das erstmals ein Afro-Amerikaner tatsächlich ins weisse Haus einziehen könnte, zieht unzählige Menschen in ihren Bann. Wer aber unter die glänzende Oberfläche schaut, findet wenig aussergewöhnliches. Im Gegenteil. Im Vergleich zu den grossartigen Hoffnungen auf Wandel die er weckt, wirken manche seiner politischen Postulate bieder oder offensichtliche Wahlpropaganda.
Seine aussenpolitischen Äusserungen sind schon jetzt dazu angetan einigen “Schurkenstaaten” zu gefallen. Seine Bereitschaft mit “schwierigen” Regimen ohne Vorbedingungen zu sprechen, wird wohl nur in liberalen und linken Kreisen als Erfolgskonzept betrachtet.
Man muss Präsident Bush nicht mögen und an seiner Bilanz gibt es nicht viel zu beschönigen. Trotzdem dürfte seine Rede vor der israelischen Knesset, bei welcher er vor einer “Appeasement”-Politik gewarnt hat, eine nähere Betrachtung verdienen.
In gewissem Sinne sind sich Bush und Obama viel näher als man denkt. Sollte er Präsident werden, so wird auch er auf Basis eines Gefühls zum Amt kommen. So wie Bush, ist auch Barack Hussein Obama ein Prophet eines Lebensgefühls, das gut ohne politische Konzepte auskommt. Im Amt wird er sich auf die Suche nach dem Machbaren machen. Learning by Doing.
Die Hoffnung auf Wandel ist berechtigt. Die Frage ist nur wohin der Wandel führt, wenn der Wahlkampf vorbei ist.
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