Ca. 7000 Personen haben heute in Bern gegen die chinesische Politik im Tibet demonstriert. Das ist für schweizer Verhältnise ein schöner Erfolg. Dies just zu einem Zeitpunkt, wo die chinesische Führung einen Propaganda-Coup gelandet hat, indem sie in Gespräche mit einem Vertretter des Dalai-Lama’s einwilligte.
Wenn es dabei aber nur darum gehe, die internationale Kritik an China abzumildern, seien Gespräche “bedeutungslos”, mahnte der Dalai Lama. quelle:news.at
Ändert China seine Politik in der Tibet-Frage ? Wohl kaum. Eher ist es die Erkenntnis das die olympischen Spiele durch die Tibet-Problematik überschattet werden könnten, die die Chinesen zu diesem Schritt veranlasst haben. Die Vergangenheit hat gezeigt, das China nie wirklich bereit war seine Politik gegenüber dem Tibet zu ändern. Beispielhaft sind die Anschuldigungen an den Dalai-Lama, die wenig Glaubwürdigkeit besitzen. China sieht die Tibet-Frage als ein innenpolitisches Thema und ist tunnlichst darauf bedacht, die internationale Gemeinschaft herauszuhalten. Die Demonstration in Bern zeigt, dass diese Bestreben nur zum Teil erfolgreich ist.
Ob der Besuch der europäischen Delegation der Grund war, das die Führung China’s ein “kleines” Zugeständnis machte, darf bezweifelt werden. Der europäische Kommissionspräsident  José Manuel Barroso hat zwar von der Hoffnung gesprochen bald positive Entwicklungen zu sehen und zeigte sich besonders ermutigt was die Tibet-Frage angeht. Letztendlich aber wiegt das Argument “Olympia” für die Chinesen viel schwerer. Da würden Bilder von Unruhen oder Störrungen des Ablaufs nur schaden.
“Es gehe auch darum, Tibeter nicht zu diskriminieren. Gleichzeitig müsse aber auch die territoriale Integrität Chinas gewahrt werden.” EU-Aussenkommissarin Benita Ferrero-Waldner
Der europäische Einfluss auf die Herscher einer globalen Supermacht darf getrost als begrenzt bezeichnet werden. Es sind auch kaum die europäischen Reaktionen auf die Unruhen, die ein Nachdenken ausgelöst haben.Â
Diese umso mehr, als die europäische Position gegenüber China das Prädikat “soft” mehr als verdient. Das Gesprächsangebot als “riesigen Vortschritt” zu bezeichnen, heiss der Öffentlichkeit Sand in die Augen zu streuen. Die chinesische Diktatur bleibt ein schwieriger Partner.
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mehr: tagesanzeiger.ch , the Tibet Bureau , nzz.ch , baz.ch , tagesschau.de , welt.de , focus.de
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