Man könnte meinen in der Schweiz gehe es um epochale Veränderungen, oder eine Revolution stände bevor. Selten zuvor waren die grossen Schweizer Medien tendenziöser als heute, wurde eine Personalie mehr aufgebauscht, als in diesen Tagen.
Die Umstände unter denen Widmer-Schlumpf ins Amt gewählt wurde geben Anlass für Diskussionen. Das ist nichts negatives und verständlich. Ebenso ist es eine Tatsache, das sich Widmer-Schlumpf bewusst war, dass sie gegen den Willen einer Mehrheit in der SVP zur Wahl antratt. Das ”ihre” Partei jetzt Konsequenzen aus diesem Verhalten ziehen möchte, ist weder undemokratisch noch verwerflich. Auch die Rücktrittsforderung an ihre Person ist keine Verletzung demokratischer Spielregeln. Sie ist frei in ihrer Entscheidung, das Parlament, die Nationalräte sind frei in ihren Entscheidungen. Diese Freiheit hat zu ihrer Wahl geführt. Die Wellen die diese innerparteiliche Auseinandersetzung wirft, die Betonung liegt auf innerparteiliche Auseinandersetzung, ist bezeichnend für den schweizer Politikbetrieb.
Frau Widmer-Schlumpf könnte auch als Parteilose oder als Mietglied einer anderen Fraktion weiterhin Bundesrätin bleiben. Letztendlich wäre dies auch ehrlicher, als der Versuch die SVP zu “zwingen”, sie in ihren Reihen zu belassen.
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