Jenseits der Frage ob das Vorgehen der SVP gegenüber der Bundesrätin Widmer-Schlumpf angemessen ist, zeigt das aufgeregte Verhalten von Teilen des politischen Establishments ein ungeahntes Mass an Heuchelei.
Parteiausschlussverfahren gegen Personen sind nichts anrüchiges, sondern eine Tatsache im politischen Leben und der Geschichte grosser und kleiner Parteien. Das gleiche gilt für Rücktrittsforderungen. Ein politisches Instrument, dass wahrlich nicht in der Schweiz geboren wurde.
Eveline Widmer-Schlumpf wurde demokratisch gewählt, dass wird auch von niemandem bestritten. Ob ihr Verhalten parteischädigend war, diese Beurteilung muss man der SVP überlassen. Ebenso hat die SVP die Konsequenzen aus ihrem Verhalten zu tragen. Daraus eine Frage der “Frauenpolitik” zu machen, oder gar von “Hetzjagd” zu sprechen ist weit übertrieben.
Es scheint vielmehr so, dass die Gegner der SVP empört darüber sind, das die Frau die eine nicht unwesentliche Rolle beim “Sturz” von Blocher gespielt hat, jetzt eventuell negative Konsequenzen zu spüren bekommt.
Ob Widmer-Schlumpf weiterhin Mitglied der SVP bleibt, ist für das Wohl und Wehe der Schweiz nebensächlich. Absolut zu verurteilen ist allerdings, dass sie offensichtlich an Leib und Leben bedroht wird. Dies ist nicht nur verbrecherisch, sondern auch undemokratisch.
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