Ueli Maurer übt sich in Selbstkritik. Vielleicht zu wenig radikal, meint er in einem Interview, sei er gewesen. Sicher, er hat den für Schweizer Verhältnisse kommetenhaften Auftstieg der SVP mitgestaltet. Sein Lebenswerk sozusagen.
Sprachrohr Blocher’s
Über lange Zeit galt er als Sprachrohr seines Herren und Meister’s, obwohl wie immer im Leben, die Wahrheit oft differenzierter ist, als ihr mediales Echo. Dinge klar auf den Punkt zu bringen, eine fast natürliche, unterschwellige Agressivität, beides Eigenschaften, die dem jeweiligen Sachthema der SVP genutzt haben. Sicher war er ein Vollstrecker seines Übervaters Blocher, ihn aber auf diese Charakterisierung zu reduzieren, greift zu kurz.
“Für mich ist es eher ein Akt der Höflichkeit, ungeschminkt zu argumentieren. So bleiben auch keine Verletzten zurück.”
Ebenso klar aber ist auch, das die öffentliche Wahrnehmung ihn als getreuen Vasallen Christoph Blochers gesehen hat. Erst dieser Umstand hat seinen Aussagen und politischen Entscheidungen ein besonderes Gewicht gegeben.
Kluger Abgang
Der Rücktritt als Parteipräsident ist klug, erst recht nach der Abwahl von Blocher aus dem Bundesrat. Für Ueli Maurer gibt es nicht mehr allzuviel zu gewinnen. Sein politisches Gewicht dürfte im gleichen Masse sinken, wie Christoph Blocher an tagespolitischem Einfluss verliert.
Es scheint momentan so, als hätte die SVP ihren politischen Zenit fürs erste erreicht. Jetzt beginnt eine Phase der Konsolidierung. Hier werden andere Temperamente benötigt. Ob der “Toni Brunner” das kann, darf aber bezweifelt werden. Zu wenig Profil: bis jetzt.Â
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